Inhalt - Pressestimmen - Textprobe
Die Wand über meinem Bett wird in gleichmässigen Abständen vom rosa Schein der Leuchtreklame erhellt. Ich habe vergessen, das Fenster zu schließen und die Vorhänge zuzuziehen. Aber jetzt stehe ich nicht mehr auf, nein bestimmt nicht!
Ich versuche einzuschlafen, aber es geht nicht, es geht einfach nicht. Immerzu muss ich an die Wale denken und an die Fische, die in allen Farben schillerten ...
Weshalb ist heute Abend alles so unheimlich?
Leo kommt wieder hereingeschlichen. Er springt auf meinen Schreibtisch und macht es sich schnurrend zwischen den Schulbüchern bequem. Ich ziehe die Decke bis übers Kinn. Meine Knie zittern.
Bewegunglos lausche ich auf den Regen.
Die Autoräder machen schlürfende Geräusche auf der nassen Straße.
In der Ferne heult eine Polizeisirene.
Der Aufzug summt. Er hält im Stock über unserer Wohnung.
Die Aufzugstür schlägt zu. Jemand lacht.
Ein Güterzug rumpelt vorbei. Ich versuche die Wagen zu zählen.
Neunzehn, zwanzig ... einundzwanzig ... zweiund ...
und da ... da sind wieder die Schritte im Treppenhaus.
Sie beginnen unten.
Sie kommen näher.
Sie halten vor unserer Wohnungstür.
Ich höre, wie die Türklinke sich bewegt.
Neiin!
Aber da höre ich plötzlich ein anderes Geräusch. Es kommt von oben, es ist ein feines Schnurren, das immer lauter wird.
Dann spüre ich, wie sich etwas Schweres auf meine Bettdecke senkt.
"Schnell, steig ein!", sagt eine tiefe Stimme.
Ganz vorsichtig mache ich die Augen auf. Zwei Scheinwerfer blenden mich, dann erlöschen sie plötzlich. Vor mir, genau vor meinen Augen, steht mein Flugzeug! Ich sehe ganz deutlich die Schrift JC-203.
"Los, mach schon", sagt die Stimme.